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DUH-Check: Viele Großstädte bremsen Solar-Ausbau aus

DUH-Check: Viele Großstädte bremsen Solar-Ausbau aus

Der Ausbau der Photovoltaik kommt in deutschen Großstädten weiterhin nicht schnell genug voran. Nach dem aktuellen Photovoltaik-Check der Deutschen Umwelthilfe haben nur 17 von 82 untersuchten Städten in den vergangenen zwei Jahren ausreichend neue Anlagen installiert. Damit erreicht nur rund ein Fünftel das nötige Ausbautempo. Für ihre Bewertung hat die DUH die Ausbauziele der Städte erstmals auf Grundlage der verfügbaren Dach- und Freiflächenpotenziale berechnet.

21 Städte erhalten in der Auswertung eine gelbe Karte, weil sie ihren jährlichen Zubau um bis zu 25 Prozent steigern müssen. 44 Städte schneiden noch schlechter ab und bekommen eine rote Karte. Besonders groß ist der Nachholbedarf in Potsdam, Rostock und Chemnitz sowie in neun weiteren Großstädten, die ihre Ausbauziele um mehr als die Hälfte verfehlt haben. Sie müssten ihr Tempo beim Photovoltaik-Ausbau mehr als verdoppeln. Auch große Städte wie Berlin, München und Frankfurt, in denen viele Menschen zur Miete wohnen, verfehlen die Vorgaben deutlich. Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert in diesem Zusammenhang die aktuelle Energiepolitik und fordert von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche einen schnellen Kurswechsel.

Die Bundesgeschäftsführerin der DUH, Barbara Metz, machte deutlich, dass Städte eigentlich eine Schlüsselrolle für die Energiewende spielen könnten. Stattdessen werde der Solar-Ausbau aus ihrer Sicht politisch gebremst. Gerade in dicht besiedelten Gebieten mit hohem Stromverbrauch und großen ungenutzten Dachflächen müsse Photovoltaik jetzt Vorrang haben. Mit Blick auf Wärmepumpen, Elektromobilität und die zunehmende Elektrifizierung der Wärmeversorgung sei zu erwarten, dass der Strombedarf in Städten weiter wachse. Solarstrom direkt auf Dächern könne die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten verringern und Verbraucherinnen und Verbraucher besser vor steigenden Energiepreisen schützen.

Zugleich kritisiert die DUH, dass weiterhin große geeignete Dachflächen ungenutzt bleiben, obwohl hohe Energiekosten viele Haushalte belasten. Aus Sicht des Verbands wäre es ein wichtiger Schritt, größere Vermieter stärker in die Verantwortung zu nehmen und den Ausbau von Dach-Photovoltaik wirtschaftlich attraktiver zu machen. Statt mehr Planungssicherheit zu schaffen, sorge die Politik nach Einschätzung der Umwelthilfe jedoch mit der EEG-Novelle und dem Netzpaket für zusätzliche Unsicherheit. Kritisch gesehen wird insbesondere, dass die Vergütung kleiner Dachanlagen infrage gestellt und neue Hürden für Photovoltaik-Projekte aufgebaut würden.

Positiv hervor hebt die DUH mehrere Städte, die ihre Ausbauziele deutlich übertroffen haben. Dazu gehören Hanau, Paderborn, Ulm, Münster, Trier, Hamm und Gütersloh. Sie alle lagen mindestens 50 Prozent über dem von der DUH berechneten Zielwert. Auch Bremerhaven und Hagen, die zuvor noch eine rote Karte erhalten hatten, zählen inzwischen zu den Vorreitern.

Rupert Wronski, stellvertretender Leiter des kommunalen Umweltschutzes bei der DUH, sieht in der Auswertung ein klares Versäumnis vieler Städte. Gerade dort, wo große Dachflächen vorhanden seien, bleibe der Solar-Ausbau viel zu schwach. Dadurch steige der Druck auf Freiflächen, obwohl dort bereits Nutzungskonflikte mit Landwirtschaft und Naturschutz bestünden. Wer die Energiewende sinnvoll gestalten wolle, müsse deshalb die bereits versiegelten Flächen in den Städten konsequenter nutzen.

Besonders widersprüchlich erscheint aus Sicht der DUH die Lage in Städten mit vielen Mietwohnungen. Dort blieben zahlreiche Dächer ungenutzt, während es weiterhin an einfachen und attraktiven Modellen fehle, um Solarstrom direkt im Gebäude oder in der Nachbarschaft gemeinsam zu nutzen. Die DUH verweist darauf, dass Österreich bereits zeige, wie Mieterstrom und gemeinschaftliche Versorgung vergleichsweise unbürokratisch umgesetzt werden könnten. In Deutschland hingegen würden komplizierte Regeln und politische Unsicherheiten Investoren, Wohnungsunternehmen und Bürgerenergieprojekte abschrecken. Als Folge sei der Zubau bei Dach-Photovoltaik bereits im ersten Quartal 2026 um mehr als 20 Prozent zurückgegangen. Nach Ansicht der DUH muss diese Blockade von Bürgerenergie und Mieterstrom rasch beendet werden.

Hintergrund der Untersuchung ist das Projekt „Solaroffensive Deutschland“, das seit 2023 vom Venture and Nature Fund gefördert wird. In diesem Rahmen analysiert die Deutsche Umwelthilfe regelmäßig den Photovoltaik-Ausbau in deutschen Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Grundlage der Auswertung sind Daten aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur.

Für das Jahr 2026 wurde die Methodik angepasst, um die tatsächlichen Potenziale der Kommunen besser abzubilden und sich stärker am Ausbauziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zu orientieren. Statt eines Ausbauziels von 590 Gigawattpeak bis 2035 legt die DUH nun das im EEG 2023 verankerte Ziel von 400 Gigawattpeak bis 2040 zugrunde. Diese Zielmarke wird nicht mehr allein über die Fläche der Städte verteilt, sondern über eine Kombination aus dem realen Potenzial auf Dächern und einem Anteil konfliktarmer Freiflächen auf bereits genutzten oder versiegelten Flächen. Grundlage für das Dachpotenzial sind Daten von EO Solar aus dem Jahr 2023. Die konfliktarmen Freiflächen werden anhand von Anteilen der Siedlungs- und Verkehrsflächen aus dem Flächenatlas von Destatis berechnet.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Deutsche Umwelthilfe e.V./Veröffentlicht am 12.05.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.

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