Solarstrom für alle: NRW gibt Mehrparteienhäusern einen kräftigen PV-Schub
Nordrhein-Westfalen treibt den Ausbau von bezahlbarem, klimafreundlichem Solarstrom weiter voran – gezielt dort, wo viele Menschen unmittelbar profitieren: auf den Dächern von Mehrparteienhäusern. Über das Programm „progres.nrw – Klimaschutztechnik“ stehen rund 1,5 Millionen Euro bereit, um bislang ungenutzte Dachflächen zügig mit Photovoltaik (PV) auszustatten. Die im August gestartete, gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft und der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate umgesetzte Initiative erhält damit zusätzlichen Rückenwind.
Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur erklärte, in NRW gebe es zahlreiche freie Flächen auf Mehrfamilienhausdächern. Die Förderung solle sicherstellen, dass diese Dächer künftig Strom für alle liefern. Nach ihrer Darstellung profitieren Mieterinnen und Mieter von günstigeren Tarifen, Eigentümerinnen und Eigentümer von mehr Planungssicherheit, und der Klimaschutz erhalte spürbaren Auftrieb. Sie betonte zudem, die Energiewende sei nicht nur ökologisch geboten, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll und sozial ausgewogen; man arbeite konkret daran, Energiepreise zu senken.
Konkret fördert das Land im Programm „progres.nrw – Klimaschutztechnik“ ab sofort die „Erneuerung der Hauselektrik“ (Baustein 6.1.6) – häufig eine zentrale Voraussetzung für neue PV-Anlagen auf Mehrparteienhäusern. Zusätzlich können Vorhabenträger Zuschüsse für „Planungs- und Beratungsleistungen“ (Baustein 6.1.4) erhalten. Beide Bausteine erleichtern Investitionen auf bislang ungenutzten Dächern und setzen insbesondere in städtischen Quartieren starke Anreize, Solarstrom lokal zu erzeugen und direkt zu nutzen.
Alexander Rychter, Verbandsdirektor des VdW Rheinland Westfalen, wertete die zusätzliche Unterstützung für Photovoltaik und Mieterstrom als positives Signal für die sozial orientierte Wohnungswirtschaft. Nach seiner Einschätzung bringe dies die Energiewende in die Gebäude, senke CO₂-Emissionen und schaffe Mehrwerte für Mieterinnen und Mieter.
Auch Christian Mildenberger, Geschäftsführer von NRW.Energy4Climate, hob hervor, dass die Energiewende vorangebracht und Mieterinnen und Mieter stärker beteiligt werden könnten – gerade auf Dächern von Mehrparteienhäusern. Die neue Förderung verleihe der Solarstrom-Initiative zusätzlichen Schwung. So lasse sich insbesondere in Städten grüner Strom noch konsequenter dort erzeugen, wo er verbraucht wird; das sei gelebte Energiewende „made in NRW“.
PV auf Mehrparteienhäusern: Mehr Attraktivität, niedrigere Kosten
PV-Anlagen steigern die Attraktivität und den Wert von Mehrparteienhäusern aus Sicht der Eigentümer. Mieterinnen und Mieter profitieren durch Mieterstrommodelle oder eine gemeinschaftliche Gebäudeversorgung von dauerhaft günstigeren Stromkosten und nutzen direkt vor Ort erzeugte, saubere Energie. Zugleich leisten die Anlagen einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und Versorgungssicherheit in Nordrhein-Westfalen.
Photovoltaik-Ausbau in NRW mit hohem Tempo
In den vergangenen zwei Jahren hat NRW den PV-Ausbau stark beschleunigt: Fast 200.000 neue Anlagen mit rund 2,2 Gigawatt zusätzlicher Leistung pro Jahr wurden installiert, wesentlich getragen vom Ausbau auf Gebäudedächern. Auf den Dächern von Mehrparteienhäusern besteht dennoch weiterhin erhebliches, bislang unzureichend genutztes Potenzial. Mit der neuen Förderung setzt die Landesregierung gezielte Impulse, um bestehende Hemmnisse abzubauen.
Die Maßnahme unterstützt zugleich die Energie- und Wärmestrategie NRW, mit der sich das Land ambitionierte Ziele gesetzt hat: Bis 2030 soll die installierte PV-Leistung auf 21 bis 27 Gigawatt steigen.
Weitere Informationen und Antragstellung
Alle Details zu Förderkonditionen, Antragsmodalitäten und Beratungsangeboten sind auf der Website der Bezirksregierung Arnsberg zu finden: https://www.bra.nrw.de/energie-bergbau/foerderprogramme-fuer-klimaschutz-und-energiewende
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Land NRW/ Veröffentlicht am 01.10.2025